Sonntag, 5. Juli 2009

Koninklijke Holland Beker

Nach der doch eher enttäuschenden Saison aufgrund von Ausfällen, Erkrankungen und Missgeschicken wollten wir beim „Koninklijke Holland Beker“, der internationalen Regatta in Amsterdam, einen versöhnlichen Saisonabschluss erreichen.




Sowohl am Samstag als auch am Sonntag führte der Weg ins Finale über den Vorlauf, da acht bzw. zehn Boote gemeldet hatten. Am Samstag mussten wir uns der Herausforderung alleine stellen, da an diesem Tag die Finalrennen um die Deutsche Meisterschaft, im Altersbereich U23, in Duisburg stattfanden und beide Trainer dort die B Senioren unterstützen.

Im ersten Kräftemessen galt es Japan (4. Beim Weltcup in München Woche eine Woche zuvor), Dänemark oder Belgien hinter sich zu lassen, da die ersten drei in das Finale einziehen würden. Bereits nach den ersten Startschlägen schien dieses Minimalziel erreicht zu sein, denn die Dänen fanden gar nicht ins Rennen und fielen bereits deutlich zurück. Nachdem dieser Druck genommen war konnten wir befreit rudern und schoben uns auf den zweiten 500m an den Japanern vorbei auf den zweiten Rang. Kurz nach der Streckenhälfte kamen sogar die enteilten Belgier wieder in Schlagdistanz und ob diese dann bewusst herausnahmen oder nicht war uns egal. Wir fuhren unser Rennen weiter und schoben uns langsam an ihnen vorbei an die erste Position, gaben die Führung nicht mehr ab und konnten uns nach 2000m Vorlaufsieger nennen. Unser erster „Sieg“ im Zweier über 2000m seit Jahren – wir hätten es schlechter treffen können.

Das Finale war dann eine tolle Erfahrung und ein vorläufiger Höhepunkt der Saison:

Wir liegen am Start. Bahn 4, eine Mittelbahn, Favouritenbahn nach Vorlaufsieg. Ein schönes Gefühl. An Backbord Dänemark (Bronzemedaillengewinner beim Weltcup in München), an Steuerbord Belgien. Komplettiert wird das Feld durch Japan, ein Boot aus den Niederlanden und einem Duo aus Mainz. Die Ampel springt von Rot auf Grün. Nach den ersten Startschlägen liegen wir gut im Feld, sind an der 500m Marke aber nur noch 5. Die Dänen und Belgier können sich vom Feld absetzen. Mit hoher Streckenfrequenz und drei Zehnern schieben wir uns auf Platz vier vor und duellieren uns bis zur Ziellinie mit den Mainzern. Diese können sich dann jedoch kurz vor dem Ziel noch von uns lösen und somit bleibt für uns Platz vier, vor Japan und den Niederländern.

Wir sind kaputt aber zufrieden im Ziel. Für morgen nehmen wir uns vor nach dem Start mehr zu investieren um nicht wieder frühzeitig in Rückstand zu geraten. Den Tag lassen wir dann mit einem kurzen Sightseeing Trip in Amsterdam ausklingen, schließlich will man sich ja nicht nachsagen lassen das Leben würde nur aus Rudern bestehen.


Am Sonntag bekommen wir dann auch Unterstützung aus dem Verein. Pünktlich nach der Waage treffen Trainer Martin Hasse und Sportvorsitzender Jan „Hansi“ Bredemeyer an der Bosbaan ein. Nachdem wir die beiden Rennen von gestern noch spürten wollten wir im Vorlauf, sofern es ging, Kräfte sparen. Nach einer Abmeldung hieß es wieder einen Gegner hinter sich lassen. Zwei Boote aus Holland und die bereits zweimal bezwungenen Japaner gingen mit uns auf die Strecke. Bei Streckenhälfte lagen wir auf Rang zwei, ließen dann die stark aufkommenden Japaner noch vorbeiziehen und qualifizierten uns somit als dritter für das Finale am Nachmittag. Es war fast das gleiche Feld wie Tags zuvor am Start, so dass wir uns vorgenommen hatten, auf der ersten Streckenhälfte noch mehr zu investieren um so vielleicht noch näher an die Konkurrenz heranfahren zu können. Dieses Mal wurden wir auch von Martin auf dem Fahrrad im Rennen begleitet. Hansi stand im Ziel und verfolgte das Rennen auf der Videoleinwand. Nach dem Start sah er einen gelben Zweier, mit zwei grün gekleideten Berlinern die an der 250m Marke gleichauf mit den Dänen in Führung lagen. Wir selbst bekamen davon allerdings recht wenig auf unserer Außenbahn mit und so fuhren wir unser eigenes Rennen und konzentrierten uns auf die Punkte die wir noch verbessern wollten. Mit einem Streckenschlag von 36 Schlägen in der Minute investierten wir die letzten Kraftreserven die wir noch hatten und setzten unsere Zwischenspurts um den Anschluss an das Feld nicht zu verlieren, denn die anderen Boote gaben ebenfalls mächtig Gas. Aus der Außenbahn wurde ziemlich schnell ein Tunnel, vereinzelt Drang Martins Stimme durch, doch überwiegend kämpfte jeder für sich bzw. wir gegen den Rest. Auf den letzten 500m kamen die Belgier wieder in Hörweite und das war für uns Ansporn genug um nochmal alles zu geben und im Endspurt anzugreifen.

Als Ergebnis steht am Ende der 5. Platz. Unzufriedenheit oder Enttäuschung stellte sich aber nicht ein. Wenn man die Vorgeschichte der Saison kennt und dann berücksichtigt, dass wir in Amsterdam gerade am Sonntag im Finale unser bestes Rennen der Saison gefahren sind, dann muss man auch akzeptieren, dass andere schneller sind. Gewonnen hatte wieder Dänemark, wie gestern, jedoch vor den Japanern, die wir in den zwei Rennen Tags zuvor im Griff hatten.

Wir haben viel an diesem Regattawochenende und in den vier Rennen lernen können und Erfahrungen gesammelt. Wir wollen uns hiermit auch beim Verein bedanken, der uns die Möglichkeit dazu gegeben hat. Wir haben gesehen was wir können, und wo wir noch hin müssen aber, wir wollen auch!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen