Mit zwei unterschiedlichen Zielen traten wir am Donnerstag-vormittag die Reise nach Ratzeburg an. Unseren selbsternannten Regattatouristen Maik war es wichtig, wieder mal eine Kleinbootregatta zu absolvieren und mit unserem neuen Kahn über den See zu schippern. Meine Vorstellungen einer guten Leistung waren da schon etwas handfester. Nach dem etwas enttäuschenden Abschneiden bei der ersten DRV-Rangliste wollte ich unbedingt unter den besten zehn leichten Zweiern kommen. Das wir einen stabilen Zweier fahren können, stellten wir bereits im Training unter Beweis. Nun galt es sich mit den deutschen Top-Zweiern (ausgenommen von den beiden Zweiern, die für Deutschland beim Welt-Cup im leichten Vierer am Start waren) zu messen und sich leistungsgerecht in die Rangliste einzuordnen.
Auf der Fahrt dort hin mussten wir mitansehen, wie sich die Bäume mehr und mehr bogen und windeten. Uns schwante nichts Gutes und die Vorfreude auf den Wellenritt auf dem Küchensee wuchs Kilometer für Kilometer spürbar. An der Ruderakademie angekommen, türmte sich das Wasser zu unüberwindbaren Wellenberge. Zum Glück befand sich die Regattastrecke auf dem anderen See.
Als nachgemeldetes Boot hatten wir im Vorlauf die undankbare und klar benachteiligte Außenbahn 5. Aber das sollte uns von unseren Vorhaben, mindestens ein Boot zu überholen, um für das Halbfinale startberechtigt zu sein, nicht abbringen. Nach ersten spannenden 1000m konnten wir uns im Kampf um den dritten Platz einen sicheren Vorsprung erarbeiten, den wir dann bis ins Ziel problemlos verteidigt haben. HALBFINALE!!! Ein wichtiger Schritt war getan: Wir gehören zu den zwölf besten Booten.
Freitag früh fanden die Halbfinals statt. Von der erhofften Windstille war natürlich nichts zu sehen. Ganz im Gegenteil, die Wasserbedingungen wurden für alle noch schlechter und die erste Streckenhälfte kaum ruderbar. Mit einer aggressiven Strategie wollten wir am Anfang sehr viel Druck auf die favorisierten Boote ausüben. Aber schnell war uns klar, dass wir nicht genug eingefahren waren, um den schlechten Bedingungen trotzen zu können, und sich ein immenser Trainingsrückstand aus dem Winter sich nicht so schnell kompensieren lässt. Nach einer kämpferischen Leistung hat es zwar nicht für das A-Finale gereicht, aber wir konnten dennoch das Rennen vor unseren Lokalrivalen beenden.
Die Marschrichtung für das zweite Finale war klar. Hinten (Platz 3) absichern und vorne Druck machen, um die Möglichkeit zu schaffen, im Kampf um die ersten beiden Plätze noch eingreifen zu können. Aber nachdem die Finals von Freitagabend auf Samstag früh (8:12 Rennen und 6:12 Waage!!!) verlegt wurden und die Bedingungen nur unwesentlich besser wurden, lag wieder ein hartes Stück Arbeit vor uns. Bei der 1000m-Marke war klar, dass die ersten beiden Plätze ohne uns ausgefahren werden. Nun galt unsere volle Konzentration dem Platz 3. Nach etwas schwächeren dritten 500m machten wir dann aber alles klar.
Am Ende hieß es dann Dritter im B-Finale und insgesamt Neunter der DRV-Rangliste. Wir waren auf Grund des bisherigen Saisonverlaufs und der schwierigen Wetterbedingung durchaus zufrieden. Als krönenden Abschluss saßen wir im Achter, der aus drei Booten aus dem zweiten und einem Zweier aus dem ersten Finale gebildet wurde. Es sollte zum Abschluss des langen Wochenendes ein Sieg gegen das eingefahrene Boot des tschechischen Ruderverbandes her. Auf den ersten 1200m haben wir sehr viel mit den einschlagenden Wellen zu tun gehabt und verloren eine ganze Länge auf die Tschechen. Mit besser werdendem Wasser schoben wir uns im Endspurt noch etwas heran, was sich aber nicht mehr auf die Endplatzierung auswirkte. Leider konnten wir nicht das i-Pünktchen auf das Wochenende setzen.

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen