Montag, 14. Dezember 2009

Indoor Cup Berlin

Zum Ende des Jahres fand noch einmal ein Wettkampf in Berlin statt. Dieses Mal haben wir aber den geliebten Zweier gegen Concept2-Ergometers eingetauscht. Meiner Meinung nach ein eher schlechter Deal ;)

Zurück zum Indoor Cup ... Obwohl wir beide weder wollten noch uns die Lust oder der Ehrgeiz gepackt hatte, mussten wir dennoch an den Start gehen. Den Trainern sei Dank ... Von Maik wurde eine Leistungssteigerung gegenüber dem Eingangstest erwartet. Für mich war das eigentlich der Eingangstest, aber ich wollte unbedingt eine neue persönliche Bestzeit errudern und damit erstmals unter 6:30 fahren.
Maik ist sein typisches 2000m-Rennen (die ersten 1000m eher verhaltend und abwartend, um dann auf den zweiten 1000m richtig Gas zugeben) auf dem Ergo gefahren. Ich versuchte vom ersten Schlag an ein engagiertes Rennen zu fahren. Nach 1200m lagen wir noch gleich auf, bevor Maik dann endgültig weggezogen ist und am Ende sehr nah an seiner Bestzeit rangefahren ist. Dabei hat er mit einer Zeit von 6:24,8 das Treppchen um lächerliche 3/10s verpasst. Ich konnte meine gesetzte Zielsetzung knapp erreichen und überquerte die imaginäre Ziellinie als Siebter mit 6:28,5.

Sonntag, 6. Dezember 2009

Herbst der langen Strecken

So, nachdem es eine Weile von uns nichts mehr zu hören gab, gibt es nun einen Überblick der vergangenen zwei Monate.


Angefangen hat unser Mammutregattaprogramm Ende September mit der Norddeutschen Meisterschaft in Hamburg. Wir sind dort am Samstag im Vierer und am Sonntag im Zweier an den Start gegangen.
Nach dem Sieg im Hoffnungslauf hatten wir dann auch berechtigte Chancen auf einen Podiumsplatz. Nach hart erkämpften 600m konnten wir uns auf den dritten Platz vorschieben und diesen bis ins Ziel verteidigen. Wie im Vorjahr sicherten wir uns mit dem dritten Platz die Bronzemedaille hinter zwei Booten aus Hamburg. Im Hoffungslauf des Zweier-ohnes konnten wir uns in einem sehr engagierten Rennen gegen die Hamburger durchsetzen und zogen als Zweiter ins Finale ein. Im Finale mussten wir dann dem dritten Rennen innerhalb von drei Stunden bzw. dem sechsten Rennen am Wochenende Tribut zollen und wurden enttäuschender Sechster. Siegreich waren wieder die Boote aus Hamburg.


Eine Woche später fand passend zum Feiertag die sehr Sportler-unfreundliche Regatta Rund um Wannsee statt. Bei wieder recht harten Bedingungen haben wir uns mit dem siebten Platz im offenen Männerachter nicht gerade mit Ruhm bekleckert.

Weitere sieben Tage später stand ebenfalls eine Berliner Regatta auf dem Plan. Bei Quer durch Berlin waren wir erneut im Achter auf der gut 8Km langen Strecke unterwegs. Unsere Gegner aus England hatten wir sicher im Griff und konnten das Rennen souverän gewinnen. Als Preis und Andenken an diese Regatta erhielten wir eine Tasse ;)

Das nächste Wochenende stand unter dem Stern eines gemeinsamen Wikingausflugs. Es ging zu unseren Ruderfreunden nach Würzburg, wo es sich dann auf der 4,5Km langen Strecke auf dem Main zu messen galt. Leider hatten wir weder im offenen noch im Mastersachter einen Konkurrenten, sodass unser einziger Gegner die Zeit respektive die Uhr war. Auf Grund niedrigen Wassers und starkem Gegenwind schafften wir die Zeitnorm nicht und wurden nicht als Sieger geehrt.

Der Wochen-Regatta-Rhythmus wurde beibehalten und so stand am 24.10. die Wikingregatta Die Silbernen Riemen von Berlin an. Mit wieder sehr namhaften Gegnern konnten wir uns erstmals seit drei Jahren wieder einen Platz auf dem Treppchen sichern. Obwohl ein Startplatz für den Preissprint verpasst wurde, freuten wir uns dennoch über unsere hervorragende Leistung und über die Bronzemedaille.

Start Männerachter (Wiking Boot 1)


Zieleinlauf Männerachter


Beim Langstreckentest auf dem Hohenzollernkanal in Berlin sind mit unseren B-Senioren und einem Boot aus Köpenick im leichten Zweier am Start gegangen. Trotz leichten Gegenwinds waren es sehr faire und vorallem auch ruderbare Bedingungen. So konnten wir mit einem deutlichen Sieg und nur 4s Rückstand auf das Boot vom BRC, die im schweren Feld am Start waren, ein sehr gutes Ergebnis einfahren und uns berechtigte Hoffnung auf eine gute Platzierung in Dortmund machen.



Mit hohen Erwartungen sind wir zwei Wochen später nach Dortmund zur Kaderlangstrecke gereist. Unter äußerst widrigen Bedingungen (starker/böeiger Wind und Regen) konnte wir unser Vorjahresergebnis nicht bestätigen und wurden mit deutlichem Abstand zu den Weltmeistern Achter im Feld von 18 Booten. Am Sonntag wurde erstmals wieder eine Leistungsüberprüfung im Großboot durchgeführt. Wir waren im Vierer mit unseren B-Senioren am Start und mussten uns gegen Boote mit den Weltmeistern und U23-Weltmeistern geschlagen geben. Zurückblickend war die Langstrecke im Vierer eine neue und vorallem interessante Erfahrung.

Quelle: Ruderclub Hansa von 1898 e.V. Dortmund


Nächste Woche findet im Ruderzentrum die zweite Station der Indoor-Rowing-Serie statt. Wir werden dort am Start sein und euch dann berichten ;)

Samstag, 1. August 2009

Dt. Hochschulmeisterschaften + Ruder-Bundesliga Rauxel

So, lieber spät als nie würde ich sagen. Erst einmal einen Dank an meinen Leidensgenossen ... äh ... Zweierpartner Maik, der gleich meine Bronze-"Medaille" (ja, es gab keine Medaillen, nur nette Anstecker) in einem Post gewürdigt hat. Wer den letzen Satz bzw. den letzten Post genau verfolgt hat, weiß jetzt bestens über mein Ergebnis auf der diesjährigen Hochschulmeisterschaft bescheid. Deshalb nutze ich den Beitrag einfach dazu, um paar Bilder zu veröffentlichen und um paar Sachen drumherum zu erzählen.
Angereist bin ich am Freitagabend alleine, da die Berlinerinnen unbedingt am frühen Nachmittag losfahren wollten. Die Wetterprognose für das Wochenende - eigentlich wie schon für die gesamte Saison - verhieß nichts Gutes, es sollte recht nass und dadurch auch kühl werden. Daher habe ich meine Tasche mit vielen Sachen gepackt ;) Auf jeden Fall kam ich Freitag im Regen an und meine Laune sank tief im Keller ab. In einer Regenverschnaufspause begann ich mit dem Aufbau des Zelts - harte Ruderer und arme Studenten schlafen im Zelt ;) Ich beeilte mich, da die nächsten bedrohlichen Wolken angeflogen kamen. Zu spät, die ersten Tropfen fanden den Weg zur Erde. Natürlich war von der versprochenen Hilfe der Mädels nichts zu sehen, sodass das Zelt letztendlich stand, aber eigentlich komplett durchnässt war. Was schon nicht förderlich für meine Laune war, sollte auch beim Schlafen nicht helfen.
Der nächste Morgen - ich glaube es war gegen sechs Uhr - überraschte mich recht positiv und zeigte sich von seiner freundlichen, aber auch etwas windigen Seite. Mein Ziel war es, schnell das Boot aufriggern, paar Ründchen auf dem Wasser drehen und auf die Waage springen. Der Sattelplatz, was Tage zuvor ein Sportplatz mit Schotter gewesen war, stellte nun eine wunderschöne Seenplatte dar. Auf Grund der Unebenheiten des Platzes bildeten sich vereinzelt reißende Ströme - herrlich anzuschauen. Ich habe leider keine Fotos gemacht, aber sowas habe ich vorher noch nicht gesehen. Soviel Wasser und ich muss da durch :( Im Laufe des Tages bastelten sich fleißige Studenten kleine wacklige Stege aus Brettern, um den Hauptverkehrsweg zu den Booten und Zelten aufrecht zu erhalten. Ich glaube ich bin den ganzen Tag nur mit Badeschlappen herumgelaufen.
Nach den ganzen Rennen und vor der Siegerehrung wollten wir natürlich noch etwas Leckeres und vorallem etwas Warmes zu uns nehmen. Das uns empfohlene Restaurante schien ziemlich überfüllt zu sein und die Zeit (ca. 40 min) war eindeutig gegen uns. Nach einem höflichen Nachfragen (also ich fand meine Frage gar nicht so patzig) waren wir aus zeitlichen Gründen nicht in der Lage, dort nett zu speisen und rechtzeitig zur Siegerung zurückzukehren. Nach dem wir Vorort irgendwas Leckeres zu essen zu finden versuchten und uns fettige Bratwurst und Pommes nicht wirklich anmachten, kam uns die Idee, einfach einen Pizzaservice zu beauftragen, uns mit Essen zu versorgen. Der Witz dabei war, es hat sogar problemlos geklappt und so konnten wir bei Siegerehrung allen ordentlich was voressen :D
Dieses Jahr bei den Hochschulmeisterschaften war alles etwas kuriouser, aber auch erfolgreicher als beim letzten Mal vor zwei Jahren. Ich könnte mir gut vorstellen, auch nächstes Jahr wieder zu den Studentenmeisterschaften zu fahren, wenn ich nicht anderweitig verhindert bin, was ich natürlich vorziehen würde ;)

so, hier noch paar Fotos:



Vor drei Wochen war es soweit, mein erster Start bei der Ruder-Bundesliga, auch wenn es nur die zweite Liga ist. Nachdem wir in den Time-Trials noch mit den merkwürdigen Riemen, deren Blätter eher an Wassertropfen erinnern, gefahren sind, haben wir auch gleich beide Rennen verloren und sind als siebtschnellste Mannschaft in das Achtelfinale eingezogen.
Dort sind wir dann wieder auf Big-Blade-Riemen umgestiegen, die nicht nur für ein besseres Rudergefühl, sondern auch für mehr Druck am Blatt gesorgt haben. Und prompt haben wir das Rennen gleich gegen einen Gegner aus dem Zeitrennen gewonnen und waren im Viertelfinale. Auch dieses wurde erfolgreich bestritten, auch wenn nicht mehr mit einem so deutlichen Vorsprung wie in der Runde zuvor. Unter den Top 4 - bestes Wikingergebnis der bisherigen Bundesligageschichte - angelangt, war die Chance auf das Finale zum Greifen nahe. Und wieder begegneten wir einem Gegner aus dem Zeitfahren. Dieses Mal konnten wir uns nicht für die Niederlage revanchieren und kämpften nun um den dritten Platz. Da wir bisher soviel richtig gemacht haben, wurden wir im kleinen Finale auch belohnt und duften uns dann später die Bronze-Medaille abholen.
Rauxel war ein echt tolles Erlebnis und die Stimmung war riesig - es hat schon irgendwie Laune gemacht ;)
Bilder dazu gibt es unter www.ruder-bundesliga.de und www.ruderszene.de



Sonntag, 12. Juli 2009

Hochschulmeisterschaft in Schwerin


Da der Marko ja noch das "gemütliche Leben" eines Studenten genießen darf, ist er auch startberechtigt für die Deutschen Hochschulmeisterschaften.
Er hat also nach Amsterdam nochmals zwei Wochen Training rangehangen und sich für einen Start im Lgw. Einer und Mixachter entschieden.
Gestern bekam ich dann folgende SMS: Vorlauf 3. von 4 Booten. Hoffnungslauf 1. von 3 Booten. Finale... BRONZE! 1,8 Sekunden hinter dem Sieger Jonathan Koch.

Herzlichen Glückwunsch Marko.

P.s.: Du wirst bestimmt noch ausführlich berichten.

Sonntag, 5. Juli 2009

Koninklijke Holland Beker

Nach der doch eher enttäuschenden Saison aufgrund von Ausfällen, Erkrankungen und Missgeschicken wollten wir beim „Koninklijke Holland Beker“, der internationalen Regatta in Amsterdam, einen versöhnlichen Saisonabschluss erreichen.




Sowohl am Samstag als auch am Sonntag führte der Weg ins Finale über den Vorlauf, da acht bzw. zehn Boote gemeldet hatten. Am Samstag mussten wir uns der Herausforderung alleine stellen, da an diesem Tag die Finalrennen um die Deutsche Meisterschaft, im Altersbereich U23, in Duisburg stattfanden und beide Trainer dort die B Senioren unterstützen.

Im ersten Kräftemessen galt es Japan (4. Beim Weltcup in München Woche eine Woche zuvor), Dänemark oder Belgien hinter sich zu lassen, da die ersten drei in das Finale einziehen würden. Bereits nach den ersten Startschlägen schien dieses Minimalziel erreicht zu sein, denn die Dänen fanden gar nicht ins Rennen und fielen bereits deutlich zurück. Nachdem dieser Druck genommen war konnten wir befreit rudern und schoben uns auf den zweiten 500m an den Japanern vorbei auf den zweiten Rang. Kurz nach der Streckenhälfte kamen sogar die enteilten Belgier wieder in Schlagdistanz und ob diese dann bewusst herausnahmen oder nicht war uns egal. Wir fuhren unser Rennen weiter und schoben uns langsam an ihnen vorbei an die erste Position, gaben die Führung nicht mehr ab und konnten uns nach 2000m Vorlaufsieger nennen. Unser erster „Sieg“ im Zweier über 2000m seit Jahren – wir hätten es schlechter treffen können.

Das Finale war dann eine tolle Erfahrung und ein vorläufiger Höhepunkt der Saison:

Wir liegen am Start. Bahn 4, eine Mittelbahn, Favouritenbahn nach Vorlaufsieg. Ein schönes Gefühl. An Backbord Dänemark (Bronzemedaillengewinner beim Weltcup in München), an Steuerbord Belgien. Komplettiert wird das Feld durch Japan, ein Boot aus den Niederlanden und einem Duo aus Mainz. Die Ampel springt von Rot auf Grün. Nach den ersten Startschlägen liegen wir gut im Feld, sind an der 500m Marke aber nur noch 5. Die Dänen und Belgier können sich vom Feld absetzen. Mit hoher Streckenfrequenz und drei Zehnern schieben wir uns auf Platz vier vor und duellieren uns bis zur Ziellinie mit den Mainzern. Diese können sich dann jedoch kurz vor dem Ziel noch von uns lösen und somit bleibt für uns Platz vier, vor Japan und den Niederländern.

Wir sind kaputt aber zufrieden im Ziel. Für morgen nehmen wir uns vor nach dem Start mehr zu investieren um nicht wieder frühzeitig in Rückstand zu geraten. Den Tag lassen wir dann mit einem kurzen Sightseeing Trip in Amsterdam ausklingen, schließlich will man sich ja nicht nachsagen lassen das Leben würde nur aus Rudern bestehen.


Am Sonntag bekommen wir dann auch Unterstützung aus dem Verein. Pünktlich nach der Waage treffen Trainer Martin Hasse und Sportvorsitzender Jan „Hansi“ Bredemeyer an der Bosbaan ein. Nachdem wir die beiden Rennen von gestern noch spürten wollten wir im Vorlauf, sofern es ging, Kräfte sparen. Nach einer Abmeldung hieß es wieder einen Gegner hinter sich lassen. Zwei Boote aus Holland und die bereits zweimal bezwungenen Japaner gingen mit uns auf die Strecke. Bei Streckenhälfte lagen wir auf Rang zwei, ließen dann die stark aufkommenden Japaner noch vorbeiziehen und qualifizierten uns somit als dritter für das Finale am Nachmittag. Es war fast das gleiche Feld wie Tags zuvor am Start, so dass wir uns vorgenommen hatten, auf der ersten Streckenhälfte noch mehr zu investieren um so vielleicht noch näher an die Konkurrenz heranfahren zu können. Dieses Mal wurden wir auch von Martin auf dem Fahrrad im Rennen begleitet. Hansi stand im Ziel und verfolgte das Rennen auf der Videoleinwand. Nach dem Start sah er einen gelben Zweier, mit zwei grün gekleideten Berlinern die an der 250m Marke gleichauf mit den Dänen in Führung lagen. Wir selbst bekamen davon allerdings recht wenig auf unserer Außenbahn mit und so fuhren wir unser eigenes Rennen und konzentrierten uns auf die Punkte die wir noch verbessern wollten. Mit einem Streckenschlag von 36 Schlägen in der Minute investierten wir die letzten Kraftreserven die wir noch hatten und setzten unsere Zwischenspurts um den Anschluss an das Feld nicht zu verlieren, denn die anderen Boote gaben ebenfalls mächtig Gas. Aus der Außenbahn wurde ziemlich schnell ein Tunnel, vereinzelt Drang Martins Stimme durch, doch überwiegend kämpfte jeder für sich bzw. wir gegen den Rest. Auf den letzten 500m kamen die Belgier wieder in Hörweite und das war für uns Ansporn genug um nochmal alles zu geben und im Endspurt anzugreifen.

Als Ergebnis steht am Ende der 5. Platz. Unzufriedenheit oder Enttäuschung stellte sich aber nicht ein. Wenn man die Vorgeschichte der Saison kennt und dann berücksichtigt, dass wir in Amsterdam gerade am Sonntag im Finale unser bestes Rennen der Saison gefahren sind, dann muss man auch akzeptieren, dass andere schneller sind. Gewonnen hatte wieder Dänemark, wie gestern, jedoch vor den Japanern, die wir in den zwei Rennen Tags zuvor im Griff hatten.

Wir haben viel an diesem Regattawochenende und in den vier Rennen lernen können und Erfahrungen gesammelt. Wir wollen uns hiermit auch beim Verein bedanken, der uns die Möglichkeit dazu gegeben hat. Wir haben gesehen was wir können, und wo wir noch hin müssen aber, wir wollen auch!

Montag, 1. Juni 2009

DRV-Rangliste und Int. Regatta in Ratzeburg

Mit zwei unterschiedlichen Zielen traten wir am Donnerstag-vormittag die Reise nach Ratzeburg an. Unseren selbsternannten Regattatouristen Maik war es wichtig, wieder mal eine Kleinbootregatta zu absolvieren und mit unserem neuen Kahn über den See zu schippern. Meine Vorstellungen einer guten Leistung waren da schon etwas handfester. Nach dem etwas enttäuschenden Abschneiden bei der ersten DRV-Rangliste wollte ich unbedingt unter den besten zehn leichten Zweiern kommen. Das wir einen stabilen Zweier fahren können, stellten wir bereits im Training unter Beweis. Nun galt es sich mit den deutschen Top-Zweiern (ausgenommen von den beiden Zweiern, die für Deutschland beim Welt-Cup im leichten Vierer am Start waren) zu messen und sich leistungsgerecht in die Rangliste einzuordnen.

Auf der Fahrt dort hin mussten wir mitansehen, wie sich die Bäume mehr und mehr bogen und windeten. Uns schwante nichts Gutes und die Vorfreude auf den Wellenritt auf dem Küchensee wuchs Kilometer für Kilometer spürbar. An der Ruderakademie angekommen, türmte sich das Wasser zu unüberwindbaren Wellenberge. Zum Glück befand sich die Regattastrecke auf dem anderen See.
Als nachgemeldetes Boot hatten wir im Vorlauf die undankbare und klar benachteiligte Außenbahn 5. Aber das sollte uns von unseren Vorhaben, mindestens ein Boot zu überholen, um für das Halbfinale startberechtigt zu sein, nicht abbringen. Nach ersten spannenden 1000m konnten wir uns im Kampf um den dritten Platz einen sicheren Vorsprung erarbeiten, den wir dann bis ins Ziel problemlos verteidigt haben. HALBFINALE!!! Ein wichtiger Schritt war getan: Wir gehören zu den zwölf besten Booten.
Freitag früh fanden die Halbfinals statt. Von der erhofften Windstille war natürlich nichts zu sehen. Ganz im Gegenteil, die Wasserbedingungen wurden für alle noch schlechter und die erste Streckenhälfte kaum ruderbar. Mit einer aggressiven Strategie wollten wir am Anfang sehr viel Druck auf die favorisierten Boote ausüben. Aber schnell war uns klar, dass wir nicht genug eingefahren waren, um den schlechten Bedingungen trotzen zu können, und sich ein immenser Trainingsrückstand aus dem Winter sich nicht so schnell kompensieren lässt. Nach einer kämpferischen Leistung hat es zwar nicht für das A-Finale gereicht, aber wir konnten dennoch das Rennen vor unseren Lokalrivalen beenden.
Die Marschrichtung für das zweite Finale war klar. Hinten (Platz 3) absichern und vorne Druck machen, um die Möglichkeit zu schaffen, im Kampf um die ersten beiden Plätze noch eingreifen zu können. Aber nachdem die Finals von Freitagabend auf Samstag früh (8:12 Rennen und 6:12 Waage!!!) verlegt wurden und die Bedingungen nur unwesentlich besser wurden, lag wieder ein hartes Stück Arbeit vor uns. Bei der 1000m-Marke war klar, dass die ersten beiden Plätze ohne uns ausgefahren werden. Nun galt unsere volle Konzentration dem Platz 3. Nach etwas schwächeren dritten 500m machten wir dann aber alles klar.
Am Ende hieß es dann Dritter im B-Finale und insgesamt Neunter der DRV-Rangliste. Wir waren auf Grund des bisherigen Saisonverlaufs und der schwierigen Wetterbedingung durchaus zufrieden. Als krönenden Abschluss saßen wir im Achter, der aus drei Booten aus dem zweiten und einem Zweier aus dem ersten Finale gebildet wurde. Es sollte zum Abschluss des langen Wochenendes ein Sieg gegen das eingefahrene Boot des tschechischen Ruderverbandes her. Auf den ersten 1200m haben wir sehr viel mit den einschlagenden Wellen zu tun gehabt und verloren eine ganze Länge auf die Tschechen. Mit besser werdendem Wasser schoben wir uns im Endspurt noch etwas heran, was sich aber nicht mehr auf die Endplatzierung auswirkte. Leider konnten wir nicht das i-Pünktchen auf das Wochenende setzen.

hinteres Boot v.l.: Marko, Maik


Dienstag, 26. Mai 2009

Deutsche Großbootmeisterschaft in Essen

Wie auch im vergangenen Jahr stellt die RG Wiking einen Lgw. 4- im Kampf um den Titel mit dem Ziel dieses Jahr ganz oben zu stehen und die Silbermedaille des Vorjahres zu vergolden. Gab es 2008 in Eschwege noch drei Meldungen, traten wir dieses Jahr gemeinsam mit den B-Senioren Arne Seelig und Janek Horeis gegen nur ein weiteres Boot aus Essen an (ETUF).

Nach kräftigem Gegenwind mit teilweise gesichteten Schaumkronen präsentiert sich der Austragungsort der diesjährigen Deutschen Großbootmeisterschaft gegen Abend von seiner friedlicheren Seite. Der Wind hat nachgelassen und fällt schräg von Backbord ein. Die Wellen sind zurückgegangen und man kann von gut ruderbaren Bedingungen sprechen.

300m vorbei. Aus dem Boot der Essener hört man deutlich die Ansage: „Zehner!“. Ungewöhnlich zu einem so frühen Zeitpunkt im Rennen. Wir agieren nicht mehr sondern reagieren, halten dagegen und setzen ebenfalls unseren ersten Spurt. An der 500m Marke liegen wir zurück. Also heißt es weiter angreifen und den Rückstand verkürzen. Der nächste Ruck geht durch die Mannschaft und der Druck wird erhöht. Mit 37 Schlägen pro Minute gehen wir über die zweite Teilstrecke. Es kommt zu keiner nennenswerten Verschiebung zwischen beiden Mannschaften. Das Passieren der Streckenhälfte fällt mit dem nächsten Zwischenspurt zusammen. Wir versuchen weiterhin alles um den Rückstand aufzuholen und kämpfen mit dem Gegner, dem Gegenwind und den aufkommenden Zweifeln, die Essener noch abfangen zu können. Auf den letzten 500m können wir den Abstand erstmals verringern, aber das kommt zu spät und wir gehen als Zweiter über die Ziellinie.
Während sich die Essener ausgiebig freuen herrscht bei uns im Boot Stille. Erschöpfung und Enttäuschung lasten auf der Mannschaft. Was war passiert? Warum gab man das Heft des Handelns schon so früh im Rennen aus der Hand? Die Antwort ist einfach: Ein Krebs. Nach ca. 25 Schlägen hatten wir einen kapitalen Krebs und standen richtig still. Das war der Punkt an dem die Essener ihren Zehner setzten und wir komplett neu anschieben mussten. Das Teilergebnis von 4 Sekunden Rückstand bei 500m war eine Hypothek von der wir uns die restliche Strecke über nicht mehr befreien konnten.
Ein Krebs kann passieren. In einem so wichtigen Rennen ist es aber eine bittere Erfahrungen, die man niemandem wünscht. Vom Grundtenor passt er aber zum bisherigen Saisonverlauf für das Jahr 2009.

Am Sonntag gingen wir dann noch im Achter an den Start im Rahmen der Großbootmeisterschaft. Im 5 Boote Feld waren wir mit sieben Leichtgewichten in der Mannschaft keine Konkurrenz im Konzert der Großen und kamen abgeschlagen als letzter ins Ziel.

Nach den enttäuschenden Leistungen aus Essen steht nun die Regatta in Ratzeburg (30./31.5.) an. Im Vorfeld, Donnerstag und Freitag, wird die zweite DRV Rangliste ausgefahren. Wir haben glücklicherweise eine Einladung erhalten und bekommen somit doch noch eine Chance uns in diesem Jahr im Zweier zu beweisen. Das werden dann die ersten Rennen im Zweier seit einem halben Jahr. Ihr dürft gespannt sein, wir sind es auch...

Montag, 4. Mai 2009

Gerhard Kunze

Wenn wir genau nachzählen, kamen wir bis heute auf genau eine handvoll gemeinsamer Trainingseinheiten im Zweier ohne. Und da wir unseren Herbert Braun an die B-Senioren abgeben mussten, durften wir heute den neuen Zweier Gerhard Kunze fahren.
Ob es an den neuen Flügelauslegern oder am Schiebewind gelegen hat, dass wir in Bestzeit über den Teltowkanal geflogen sind, wird sich noch zeigen. Spaß hat es auf jeden Fall gemacht. Spaß und Lust auf mehr. Wir hoffen auf einen gelungenen Einstand bei der Internationalen Regatta in Essen am 15.-17.05.


An diesem Wochenende werden auf dem Essener Baldeneysee auch die Deutschen Grooßbootmeisterschaften ausgetragen und wir versuchen mit einem leichten Vierer ohne wieder in den Kampf um die Medaillen eingreifen zu können.



In Essen im Lgw. 4- am Start: Marko, Janek, Arne, Maik (v.l.n.r.)

Montag, 27. April 2009

Deutsche Kleinbootmeisterschaft + Berliner Frühregatta

Nach dem schönen und beschaulichen Trainingslager in Italien am Orta-See, hieß es nun für mich, die deutsche Leichtgewichts-Skullelite auf dem Beetzsee in Brandenburg etwas aufzumischen :D



Da der Maik nach wie vor nicht fit und der Einer nicht unbedingt mein Steckenpferd ist (siehe Langstrecke Leipzig), konnte man bei mir nicht gerade von einem Favoritenschreck sprechen. Meine Erkältung direkt das Wochenende vor der Meisterschaft ließ auch nicht viel Platz zum Träumen.

In Brandenburg angekommen wurden meine schlimmsten Alpträume war ... Wind - genauer gesagt Gegenwind - und unzumutbare Wellen, die mich (wie sich später herausstellte) schlichtweg verzweifeln ließen.
Das Ziel für das Viertelfinale war klar - mindestens Platz 4. Punktlandung! Das erste Etappenziel war erreicht. Das Rennen könnte man auch unter folgenden Titel verbuchen: Mein Kampf gegen die Naturgewalten! Neben den anderen 23 Ruderern im Viertelfinale wollte auch ich meine Chance ergreifen und ins A/B-Semifinale einziehen. Nach dem dritten Treffer von Poseidon, meinem mittlerweile gut gefüllten Kahn und einem nassen Arsch, war mir sehr schnell klar, dass es nicht mehr um das Weiterkommen ging, sondern sich meine Bemühungen darauf beschränkten, sicher ins Ziel zu kommen. Mit dem 5. Rang war ich noch gut bedient. Das war aber nicht weiter tragisch! Als Riemer muss man nicht unbedingt unter den schnellsten 12 Skullern Deutschlands gehören. Das C/D-Semifinale war nun das sehr entscheidene Rennen am Samstag. Hier konnte ich meine gesteckten Ziele noch erreichen. Dazu musste ich es aber schaffen, mich unter den ersten drei Booten einzuordnen. Das Wetter wurde nicht wesentlich besser. Um es kurz zu machen: Platz 6 - ich war bedient. Die Zielsetzung wurde klar verfehlt. Im Trostfinale (19 - 24) konnte ich mich nochmals aufraffen und mich auf den dritten Platz vorschieben. Im Gesamtklassement bin ich also 21. geworden. Im Zweier hätte das sicherlich anders ausgesehen ...

Fazit: Wenn du glaubst, es geht nicht mehr, kommt irgendwo eine Welle her ...

Mein Zweierpartner Maik war in der Zeit nicht untätig und hat an der Berliner Frühregatta in Grünau teilgenommen. Im gemischten Achter mit Sportlern der Trainingsriege und mit weniger Aktiven konnte sowohl das Achterrennen als auch das Pokalrennen gewonnen werden.
Wenigstens einer von uns war an diesem Wochenende siegreich ;)

Freitag, 3. April 2009

Los geht´s ...

So, letzter Tag vor dem endgültigen Saisoneinstand 2009.

Während der eine Ma sich morgen über 2000m den kühlen Fahrtwind des Luftrades in´s Gesicht wehen lässt um seine individuelle Leidensfähigkeit nachzuweisen und am Sonntag sich im Einer versucht, trainiert der andere Ma noch einen Tag länger in Berlin und reist dann am Sonntag erst nach Leipzig.
Von Leipzig aus geht es dann aber wieder gemeinsam in das Trainingslager nach Norditalien wo man vielleicht auf dem Lago d`Orta wieder zusammenfindet.