Am Sonntag ging es los. Marko, Janek, Marvin, der sich in diesem Jahr der Trainingsgruppe der Wikinger angeschlossen hat und ich starten um halb 11 Richtung Frankreich. Arne und Trainer Martin Hasse fuhren im Bus samt Hänger am frühen Nachmittag los um dann pünktlich am Montagmorgen an Mittelmeerküste Sudfrankreichs zu sein.
Wir vier PKW-Reisenden quartierten uns kurz vor Lyon, nach 1200km Fahrt ein und übernachteten dort um am nächsten Morgen die restlichen gut 400km zurückzulegen.
Montag 1.3.10
Ankommen bei strahlendem Sonnenschein. Angenehme 14°C und ein laues Lüftchen machen Appetit auf rudern. Nachdem wir das Quartier bezogen haben machen wir uns am späten Nachmittag auf zur ersten Trainingseinheit im Zweier ohne.
Es hätte so schön werden können – wurde es aber nicht. Nach 14km geht bei Marko nichts mehr. Starke Rippenschmerzen machen das Weiterrudern unmöglich. Marko tauscht mit Trainer Martin die Positionen im Bug und Motorboot und so werden die letzten 6km zum Abenteuer im Boot.
In den folgenden Tagen stieg ich in den Einer um und Marko versuchte mehrere Methoden aus um wieder fit zu werden. Arztbesuche, Massage, Wärmebehandlungen … alles schien nicht zu helfen und die Stimmung tendierte immer mehr gegen Null.
Samstag 6.3.10
Sonntag 7.3.10
Lars hat die Kälte mitgebracht. Nachdem es am Morgen wieder stürmisch war und die Einerfahrer das Ergometer dem Skiff vorzogen, während sich die B-Senioren tapfer im Vierer ohne dem Wind und den Wellen stellten, erlebten wir am Nachmittag eine frostige Überraschung. Nach dem man sich nach der Mittagspause wieder zum Rudern fertig machen wollte zog sich der Himmel zu und es fielen Tatsächlich Schneeflocken aus den Wolken über dem Mittelmeerküste.
Montag 8.3.10
Die Nachrichten verkündeten einen der bemerkenswertesten Wintereinbrüche der letzten 25 Jahre am Mittelmeer, mit Schneehöhen von bis zu 40cm. Davon liegt auch heute Morgen noch genug auf den Straßen, gepaart mit einem eisig wehenden Mistral und Temperaturen von knapp über dem Gefrierpunkt. Wir geben uns geschlagen und treten den geordneten Rückzug auf das Ergometer an. Sam späten Nachmittag versuchen wir dann aber zurückzuschlagen und gehen im Vierer ohne auf das vom weiterhin wehenden Wind aufgewühlte Wasser. Wenn überhaupt gehen wir als knapper Punktsieger aus dem Duell hervor, denn Spaß hat es nicht gemacht
Dienstag 9.3.10
Wir fahren zum zweiten Mal Strecken. Aber diesmal ein bisschen länger und ein bisschen höher. 3000m bei Frequenzen um die 30 kann ich also auch fahren. Mal davon abgesehen, dass ich Krämpfe im linken Unterarm bekommen habe vom ungewohnten Aufdrehen.
Die Behandlungen von Lars scheinen langsam Besserung zu bringen. Marko rudert wieder auf dem Ergometer. Ein leiser Hoffnungsschimmer macht sich breit.
Donnerstag 11.3.10
Tatsächlich, wir probieren es. Wir rudern zusammen im Zweier. Zwar streiten wir uns gleich um die Länge der Einheit, den Streit gewinne ich - am Steuerschuh – zu Gunsten einer Sicherheitsrunde mit optionalen Zusatzkilometern, aber die Rippe hält und am Nachmittag rudern wir dann nochmal.
Zum Abschluss fahren wir sogar noch ein paar hohe Schläge und entscheiden danach, an der morgigen Abschlussbelastung teilzunehmen.
Freitag 12.3.10
Abschlussbelastung. 4000m. Wir fahren mal nicht als letztes Boot. Unsere B-Senioren und der Konkurrenz vom RC Tegel / BRC starten hinter uns. Die Schlagzahl wurde auf 30 begrenzt. Wir schieben an und gucken mal wie lange es dauert bis wir entweder eingeholt werden oder die Rippe sich wieder meldet.
Die Boote hinter uns kommen ran aber die Rippe hält. Bei Streckenhälfte bekommen wir langsam auch wieder Sicherheit. Zu unserer eigenen Überraschung können wir uns auf dem zweiten Teilstück wieder absetzen und haben im Ziel sogar ein paar wenige Sekunden Vorsprung heraus rudern können.
Abschließend bleibt also festzuhalten, dass wir noch rudern können. Es bleibt jedoch dabei, dass wir eine große Chance nicht nutzen konnten und mit wenigen Wasserkilometern in die ersten wichtigen Wettkämpfe der Saison gehen werden.



